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Philosophie

Positive Verstärkung ist ein Lernprozess, der zu Aufbau und Erhaltung von Verhalten führt. Verstärkung ist ein Prozess, kein Ereignis“ (Bob Bailey) Was heißt das fürs Hundetraining? Unsere Ziel ist, dass der Hund das von uns erwünschte Verhalten (z.B. sitzen, laufen an lockereren Leine) zeigt und auf Signal ausführt. Zum Erreichen dieses Ziels muss der Hund das erwünschte Verhalten zeigen, dieses können wir z.B. durchs Locken oder Freies Formen erzielen, und dann muss das Verhalten so verstärkt/belohnt werden, dass der Hund es gerne ausführt. Was genau Verstärkung ist, ist von Hund zu Hund, aber auch je nach Situation unterschiedlich. Für einen spielfreudigen Golden Retriever kann ein Renn- oder ein Zerrspiel mit dem Besitzer eine hochmotivierende Angelegenheit sein, wohingegen sich der etwas gefräßigere Beagle ;-) mehr über ein tolles Leckerli freut. Verstärkung ändert sich aber auch in den unterschiedlichen Situationen: Der gefräßige Beagle, der in einer reizarmen Situation für ein Leckerli alles stehen und liegen lässt, kann in Situationen, in denen er beispielsweise Angst hat, auf einmal nichts mehr fressen. Eigentlich verständlich. Oder möchten Sie, wenn Sie Angst vor Spinnen haben, ein Stück Schokolade essen, während die Spinne an der Wand krabbelt? Den situativ geeigneten Verstärker zu kennen und einzusetzen ist also unabdingbar- und genau daran möchte ich gemeinsam mit Ihnen arbeiten. Neben der richtigen Verstärkung/Belohnung ist das Timing ein wichtiger Aspekt. Damit wir dem Hund punktgenau die Information geben können, dass das im Moment gezeigte Verhalten das gewünschte ist, arbeite ich mit Marker und/oder Clicker. Arbeiten über positive Verstärkung bedeutet aber nicht, dass der Hund keine Grenzen gezeigt bekommt und machen kann, was er will. Unerwünschtes Verhalten wird unterbrochen - ABER ohne den Hund zu strafen/ängstigen.  Warum arbeite ich nicht mit Strafe? Bestrafung ist einerseits eine Form von Training, mit der ich mich nicht identifizieren kann. Dabei spielen natürlich persönliche Vorlieben und die eigene Persönlichkeit eine Rolle. Zudem ist Training über Bestrafung dem Hund gegenüber nicht sonderlich fair und führt unter Umständen zu neuen Verhaltensproblemen (z.B. Meideverhalten). Damit Strafe funktioniert, müssen Regeln eingehalten werden. 1. Sie muss sofort auf das unerwünschte Verhalten erfolgen, damit der Hund eine Verbindung zu in diesem Moment gezeigten Verhalten herstellen kann. 2. Der Hund muss die Strafe auch als Strafe empfinden. 3. Und er muss ein Alternativverhalten kennen, welches er in dem Moment ausführen kann. Meiner Meinung nach sind Punkt 1-2 im Alltag nicht umsetzbar. Ein Beispiel: Der Hund wälzt sich sehr gerne in Unrat. Solange er an der Leine ist, kann kontrolliert und verhindert werden, dass er sich wälzt oder wenn er es doch geschafft hat kann, die Korrektur direkt erfolgen. Im Freilauf 50m entfernt besteht keine Möglichkeit mehr, direkt einzugreifen und somit ist Punkt 1 schon nicht erfüllt! Damit sinken in letzter Konsequenz die Aussichten auf Erfolg! Den 3. Punkt betreffend lässt sich festhalten, dass es auch im Training mit positiver Verstärkung ein Alternativverhalten gibt- somit ließe sich der Umweg über die Bestrafung des Hundes vermeiden, indem man von vornherein den „netteren“ Trainingsweg einschlägt. Zudem ist der Idealfall eines Trainings für Hund, Halter und Trainer gleichermaßen eine erfreuliche Angelegenheit. Denn nur, wenn es Ihnen Spaß macht, werden Sie sich gern mit den Inhalten und Ihrem Hund befassen und so stellen sich zeitnah die gewünschten Erfolge ein. Wenn Sie neugierig auf ein gemeinsames Training sind, freue ich mich, von Ihnen zu hören. Es erwartet Sie ein individuelles Training mit fundierter Lerntheorie, Spaß, Freude und Begeisterung für jedes einzelne Mensch-Hund Team.
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